Mobirise
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Der Erwerbsobstbau an der Niederelbe mit dem Zentrum Altes Land
Voraussetzungen durch Standortfaktoren, Organisationsstrukturen und anbautechnische Entwicklungen

Die älteste schriftliche Quelle über einen Obstgarten („pomérium“) im Niederelberaum geht auf das Jahr 1312 zurück. Schrittweise erwuchsen aus dem bescheidenen Selbstversorgeranbau der Landbevölkerung in Hausnähe größer werdende Obstanlagen. Besonders die Einwohner mit geringem Landbesitz begannen notgedrungen einen Handel mit ihren Obstüberschüssen, um ihr kärgliches Einkommen aufzubessern. Die Bauern mit größerem Landbesitz beharrten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Ackerbau und der Viehzucht. Erst als fallende Weltmarktpreise für Getreide und die Technisierung der Landwirtschaft ein Umdenken notwendig machten, vollzog sich langsam eine Hinwendung zu der intensiven Obstkultur. Sie erreichte bis 1965 auf beiden niederelbischen Elbseiten ihre größte Flächenausdehnung. Danach setzte eine beispiellose Konsolidierungsphase ein, die bis heute zu den hochspezialisierten gärtnerischen Erwerbsobstbaubetrieben geführt hat.

Der Verfasser durfte diesen Wandel von 1968 bis 2005 mitgestalten. Er sieht in den Standortfaktoren an der Niederelbe die entscheidenden Voraussetzungen für die Entstehung des größten geschlossenen Obstbaugebietes in Nordeuropa.n.